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"...Tango-Nummern sind bei Akrobaten populär geworden. Doch selten wirkt eine Hand-in-Hand-Darbietung so harmonisch wie beim Duo equi-libre. Erstaunlich ist, dass das Paar diese Vertrautheit nicht am Ende seiner Artistenkarriere erreicht hat, sondern dass beide Absolventen der Staatlichen Fachschule für Artistik sind..."

(Neues Deutschland, 25.06.2005)

 

"...Unterhaltungskunst braucht jedoch auch Augenblicke der Poesie und der starken Gefühle. Dafür sorgen diesmal das Duo equi-libre, ein Paar, das sich in rührender Anmut gegenseitig in die Höhe stemmt und voller Ausgeglichenheit die Waage hält..."

(Stuttgarter Zeitung, 07.11.2005)

 

"...Es spricht für das Friedrichsbau Varieté und seine Hausregisseure Simon Kühr und Bernhard Paul, dass sie auch viel versprechende Talente in ihre Shows einbauen - wie das Duo equi-libre, das seine Hand-auf-Hand-Darbietung in sensibel inszenierte Szenen um ein Paar im Wechselbad der Gefühle einbaut..."

(Esslinger Zeitung/Cannstatter Zeitung, 09.11.2005)

 

 



Stuttgarter Zeitung, 2. Dezember 05, Kinder-Uni

Wenn Katja auf Stephan einen Handstand macht

Von Carolin Leins

 

Ob kopfüber, in der Waagrechten oder einhändig: zwei junge Stuttgarter Artisten können perfekt Balance halten

 

Stephan und Katja vertrauen sich blind. Das müssen sie auch. Schließlich steht sie manchmal kopfüber auf seiner Stirn. Die beiden Stuttgarter sind fantastische Akrobaten, die auf der Bühne immer nach einem suchen: dem gemeinsamen Gleichgewicht. Aber das ist nicht so einfach.

 

In der Turnhalle der Michael-Bauer-Schule haben sich lauter kleine Meister im Balancehalten versammelt. Ein Mädchen tastet sich mit den Fußspitzen über ein Drahtseil, das 30 Zentimeter über dem Boden gespannt ist. Als ob das nicht schon schwierig genug wäre, jongliert es gleichzeitig mit drei Keulen. Drüben, auf einer weichen Matte, versuchen ein paar Schüler, so aufeinander zu stehen, dass sie aussehen wie eine Pyramide. Auf dem Trapez dreht sich ein Junge um die eigene Achse, während einige Siebtklässler auf dem Einrad durch die Halle kurven. Und mittendrin sitzen Katja Echterbecker und Stephan Kleinknecht. Die beiden haben auch einmal so angefangen. Heute sind sie 28 Jahre alt und verdammt gut im Gleichgewichthalten, so gut, dass sie mit akrobatischen Vorführungen sogar ihr Geld verdienen.

 

Wenn Katja und Stephan auf der Bühne stehen, nennen sie sich Equi-Libre - das französische Wort für Gleichgewicht. Dann verbinden sich ihre Körper zu Figuren, die enorm schwierig und gleichzeitig spielend leicht aussehen. Katja klettert auf Stephans Schultern und macht einen Handstand auf seiner Stirn oder einen Kopfstand auf seinen Fußsohlen, die er in die Höhe streckt, wenn er auf dem Boden liegt. Manchmal bilden die beiden auch eine Figur, die an ein großes T erinnert. Stephan beugt sich in eine Art Liegestütz, nur dass seine Beine waagrecht in der Luft schweben. Katja legt sich mit ihrem Oberkörper auf seinen Rücken, ihr Kopf zeigt in die andere Richtung. Auch ihre Beine schweben waagrecht. Es sind allein Stephans Arme, die das Gewicht der beiden tragen.

 

Wie ist so etwas nur möglich? Katja lacht, wenn sie diese Frage hört. "Der Körper ist auf solche Positionen nicht ausgerichtet", sagt sie. "Es ist nicht immer ganz leicht zu wissen, wo oben und unten ist. Trotzdem schafft man es, sein Gleichgewicht zu finden. Man lernt es wie ein Kind, das die ersten Schritte macht."

 

Im Klartext heißt das: üben, üben, üben. Ein Artistenschüler soll umfallen, wieder aufstehen und wieder umfallen. So war es auch bei Katja und Stephan. "Mein Trainer hat immer gesagt: ,Wenn du es sofort könntest, würde es ja jeder machen." Das hat mich aufgemuntert." Allerdings ist Üben nicht alles. Da Katja und Stephan als Paar auftreten, muss viel mehr stimmen als nur die Technik.

 

Das Wichtigste ist, dass die beiden sich absolut vertrauen. Schließlich wird Katjas Körper bei manchen Nummern von einer einzigen Hand getragen. "Das geht nur, wenn man wie wir voll harmoniert und sich ganz auf den anderen einlassen kann", sagt Stephan, der für die Darbietung natürlich auch jede Menge Kraft braucht. Dass es passt zwischen den beiden, ist nicht verwunderlich: Stephan und Katja sind seit zehn Jahren nicht nur auf der Bühne Partner - und längst ein eingespieltes Team.

 

Als sie mit der Akrobatik anfingen, damals im Vaihinger Schülerzirkus Calibastra und in der Kleinkünstlergruppe Circomique, sind sie bei den Vorstellungen in alle Rollen geschlüpft: Sie waren mal Clown und mal Jongleur, mal Zauberer, mal Seiltänzer und mal Stelzenläufer. Erst später ist aus Katja und Stephan ein Duo geworden, das das Zeug hat, ganz nach oben zu kommen. Das sagen zumindest einige Kenner der Szene. Später haben die beiden ihre Heimatstadt Stuttgart gegen Köln eingetauscht, um dort zu studieren. 2003 wurden sie an der Deutschen Artistenschule in Berlin aufgenommen. Und jetzt sind sie sogar, ein bisschen steif ausgedrückt, "staatlich geprüfte Artisten".

 

Anfang November sind Katja und Stephan vorübergehend zu ihren Wurzeln zurückgekehrt. Mit ihrer Show "Die Suche nach dem gemeinsamen Gleichgewicht" treten die beiden noch bis zum 28. Dezember im Stuttgarter Friedrichsbau-Varieté auf. Sechs Minuten werden sie auf der Bühne stehen. Es sind sechs Minuten, in der sie jede Sekunde alles geben, um nicht aus der Balance zu geraten.

 

Aktualisiert: 02.12.2005, 14:38 Uhr